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Die tückische Seefahrerkrankheit Skorbut

Vitamin C Mangel - Folge: Skorbut

Vitamin-C-Mangel und Skorbut: Symptome, Ursachen und Vorbeugung

Die gefürchtete Seefahrerkrankheit Skorbut

Der französische Seefahrer Jacques Cartier beschrieb in seinem Tagebuch im Jahr 1542 während seiner Expedition auf dem St.-Lorenz-Strom eine rätselhafte Krankheit, die seine Mannschaft schwer traf:

„Es ist fürchterlich: Ihr Zahnfleisch wurde so faul, dass alles Fleisch bis zu den Wurzeln der Zähne abfiel und diese beinahe alle ausfielen. Mit solcher Ansteckungskraft breitete sich die Krankheit über unsere drei Schiffe aus, dass Mitte Februar von den 100 Personen, die wir waren, keine zehn mehr gesund waren.“

Recherchiert man weiter, dann berichteten wohl um diese Zeit und auch noch weit später mehrere Seefahrer von ähnlichen Krankheiten und Symptomen.  Die Symptome reichten von Zahnfleischbluten und Zahnausfall bis hin zu starken Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden und schlecht heilenden Wunden. Damals glaubte man, es handle sich um eine sehr ansteckende Krankheit. Denn meist betraf es wirklich die gesamte Mannschaft.

Heute wissen wir: Die Ursache war ein ausgeprägter Vitamin-C-Mangel – besser bekannt als Skorbut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Skorbut?

Skorbut ist die schwerste Form eines Vitamin-C-Mangels. Die Erkrankung entsteht, wenn dem Körper über einen längeren Zeitraum nicht genügend Vitamin C zur Verfügung steht.

Besonders früher waren Seeleute betroffen. Während monatelanger Reisen standen kaum frisches Obst oder Gemüse zur Verfügung. Dadurch entwickelte sich häufig ein Mangel, der schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben konnte. Erst im 18. Jahrhundert erkannte der schottische Arzt James Lind den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Zitrusfrüchten und der Verbesserung der Symptome. Seine Beobachtungen gelten als Meilenstein in der Ernährungsmedizin. Der Name „Ascorbinsäure“ leitet sich übrigens vom lateinischen Begriff „a scorbutus“ ab und bedeutet sinngemäß „gegen Skorbut“.

Was ist Vitamin C?

Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt, gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und zählt zu den essenziellen Mikronährstoffen. Essenziell bedeutet, dass der menschliche Körper diesen Stoff nicht selbst herstellen kann.

Daher muss Vitamin C regelmäßig über die Ernährung aufgenommen werden. Im Körper übernimmt Vitamin C zahlreiche wichtige Aufgaben und ist an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Welche Funktionen hat Vitamin C im Körper?

Wer an Vitamin C denkt, denkt meist zuerst an das Immunsystem. Doch die Bedeutung dieses essenziellen Vitamins reicht weit darüber hinaus. Vitamin C ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und unterstützt wichtige Funktionen von Haut, Blutgefäßen, Knochen und Knorpel. Darüber hinaus trägt es dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen und die Eisenaufnahme zu verbessern.

Vitamin C trägt zu einer Vielzahl wichtiger Körperfunktionen bei:

  • trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
  • trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen
  • trägt zu einer normalen Kollagenbildung bei
  • unterstützt die normale Funktion von Haut, Knorpel, Knochen und Blutgefäßen
  • erhöht die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln
  • trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei
  • unterstützt einen normalen Energiestoffwechsel

Vor allem die Rolle bei der Kollagenbildung erklärt viele Symptome eines Vitamin-C-Mangels. Kollagen ist ein wichtiger Bestandteil von Haut, Zahnfleisch, Knochen, Sehnen und Blutgefäßen.

Vitamin-C-Mangel: Symptome erkennen

Ein Vitamin-C-Mangel entwickelt sich meist schleichend. Erste Anzeichen werden häufig nicht sofort erkannt, da sie relativ unspezifisch sind.

Mögliche frühe Symptome von Vitamin C Mangel:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Leistungsminderung
  • erhöhte Infektanfälligkeit

Mögliche Symptome bei lang anhaltendem Mangel an Vitamin C

  • Zahnfleischbluten
  • empfindliches Zahnfleisch
  • verzögerte Wundheilung
  • trockene Haut
  • blaue Flecken ohne erkennbare Ursache
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • erhöhte Anfälligkeit für Entzündungen

Ein schwerer und langanhaltender Vitamin-C-Mangel führt nicht nur zu oben genannten Mangelerscheinungen und gesundheitlichen Problemen sondern kann schleichend und nahezu unbemerkt zu Skorbut führen.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-C-Mangel?

In Industrienationen ist ein schwerer Vitamin-C-Mangel der tatsächlich zu Skorbut führt heute selten. Dennoch gibt es Personengruppen mit einem erhöhten Risiko.

Dazu zählen unter anderem:

  • Menschen mit sehr einseitiger Ernährung
  • ältere Personen
  • Raucher
  • Menschen mit chronischen Darmerkrankungen
  • Personen mit erhöhtem körperlichen oder psychischen Stress
  • Menschen mit Alkoholabhängigkeit
  • Personen mit eingeschränkter Nährstoffaufnahme

 

Raucher haben beispielsweise einen erhöhten Bedarf an Vitamin C, da durch Tabakrauch vermehrt freie Radikale entstehen.

Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Vitamin C?

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit frischem Obst und Gemüse ist die wichtigste Quelle für Vitamin C. Viele Menschen denken bei Vitamin C zuerst an Orangen oder Zitronen. Tatsächlich enthalten einige Pflanzen wie Amla, Acerola oder Hagebutten deutlich höhere Mengen.

Vitamin-C-reiche Lebensmittel im Vergleich

Vitamin C kommt in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten vor. Besonders natürliche Quellen wie Acerola, Amla oder Hagebutten weisen sehr hohe Gehalte auf. Die folgende Übersicht zeigt den durchschnittlichen Vitamin-C-Gehalt pro 100 g Lebensmittel sowie den prozentualen Anteil am täglichen Referenzwert (NRV = 80 mg Vitamin C).

Lebensmittel Vitamin C pro 100 g % NRV*
Acerola-Kirsche ca. 1.000–1.700 mg 1.250–2.125 %
Amla-Frucht ca. 450–700 mg 563–875 %
Hagebutte ca. 400–1.250 mg 500–1.563 %
Sanddorn ca. 200–450 mg 250–563 %
Paprika (rot) ca. 140 mg 175 %
Grünkohl ca. 105 mg 131 %
Brokkoli ca. 90 mg 113 %
Kiwi ca. 90 mg 113 %
Orange ca. 50 mg 63 %

* NRV (Nutrient Reference Value) = Referenzmenge für die tägliche Nährstoffzufuhr eines durchschnittlichen Erwachsenen gemäß EU-Lebensmittelinformationsverordnung.

Die angegebenen Werte sind Durchschnittswerte und können je nach Sorte, Reifegrad, Anbaugebiet, Lagerung und Verarbeitung variieren.

Gut zu wissen: Bereits etwa 15 g Amla-Frucht, 60 g rote Paprika oder zwei mittelgroße Orangen können den täglichen Referenzwert von 80 mg Vitamin C erreichen.

Warum geht Vitamin C beim Kochen verloren?

Vitamin C ist empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff.

Durch langes Kochen oder Warmhalten können erhebliche Mengen verloren gehen. Deshalb empfiehlt es sich, Obst und Gemüse möglichst frisch zu verzehren oder schonend zuzubereiten.

Kann eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein?

Grundsätzlich sollte der Vitamin-C-Bedarf möglichst über eine abwechslungsreiche Ernährung gedeckt werden.

In bestimmten Lebenssituationen kann eine ergänzende Zufuhr jedoch sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise Phasen mit erhöhtem Bedarf, eine geringe Aufnahme über die Ernährung oder besondere Belastungssituationen. Wir führen einige Präparate, die Deine Ernährung unterstützen kann. 
Beliebt sind insbesondere Nahrungsergänzungsmittel auf Basis natürlicher Vitamin-C-Quellen wie Amla, Acerola oder Hagebutte.

Produkte wie ImmunPower oder die VitaminBombe können dann für eine zusätzliche Zufuhr an Vitamin C sorgen und einem Vitamin C-Mangel vorbeugen.

Kann man Vitamin C überdosieren?

Da Vitamin C wasserlöslich ist, wird ein Überschuss größtenteils über die Nieren ausgeschieden. Dennoch können hohe Mengen aus Nahrungsergänzungsmitteln bei empfindlichen Personen zu Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Bauchschmerzen führen. Solche Beschwerden werden häufig erst bei Dosierungen im Bereich von etwa 1.000 bis 2.000 mg Vitamin C pro Tag beobachtet, wobei die individuelle Verträglichkeit unterschiedlich ausfallen kann.

Über die normale Ernährung ist eine Überdosierung praktisch nicht zu erwarten, da selbst vitaminreiche Lebensmittel wie Paprika, Kiwi, Hagebutten oder Amla-Früchte in üblichen Verzehrmengen keine problematischen Mengen liefern.

Wer Nahrungsergänzungsmittel verwendet, sollte die empfohlenen Verzehrmengen des jeweiligen Herstellers beachten und bei bestehenden Erkrankungen oder Unsicherheiten ärztlichen Rat einholen. Gerne kannst du bei Unsicherheiten auch unsere kostenlose Produktberatung nutzen.

Fazit:

Die Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Vitamin C für die Gesundheit des Menschen ist. Was früher ganze Schiffsbesatzungen bedrohte, lässt sich heute durch eine ausgewogene Ernährung und eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C in den meisten Fällen vermeiden.

Ob für das Immunsystem, die Kollagenbildung oder den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress – Vitamin C gehört zu den wichtigsten Mikronährstoffen für den menschlichen Körper. Wer regelmäßig vitaminreiche Lebensmittel konsumiert und auf eine ausgewogene Ernährung achtet, schafft eine wichtige Grundlage für seine tägliche Versorgung. Nahrungsergänzung kann in einigen Fällen dazu beitragen den Vitamin C Haushalt konstant zu halten. 

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